Warum glauben wir, nicht wertvoll zu sein?

Frühlingsblüten leuchten im goldenen Sonnenlicht

«Ich bin nicht gut genug.» Kaum ein Satz begegnet mir im Coaching häufiger wie dieser. Dahinter verbirgt sich oft häufig ein verletztes Selbstwertgefühl. Es zeigt sich in ständigen Selbstzweifeln, alles wird hinterfragt - die eigenen Entscheidungen, Fähigkeiten und sogar die eigenen Wahrnehmungen. Ein weiterer Hinweis ist Perfektionismus. Wer seinen Wert an Leistung knüpft, versucht oft, Fehler um jeden Preis zu vermeiden. Die Angst, ohne Leistung nicht liebenswert zu sein treibt viele zu Höchstleistungen, die auf Dauer zu einer grossen Belastung werden.

Wie unser Selbstwert in der Kindheit entsteht

Die Traumaforschung hat uns viele spannende Hinweise zu dem Thema gegeben. In unseren ersten Lebensjahren ist eine sichere Bindung und die Erfahrung, dass ich mich eigenständig Entwickeln darf grundlegend für das Entstehen eines tragfähigen Selbstwertgefühls. Wenn ich die Erfahrung mache, ich bin wichtig, ich bin sicher und ich darf ich selbst sein, ist das eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Ich-Gefühl. Viele Kinder machen leider die Erfahrung, dass ihre Bindungspersonen selbst überfordert waren und keine Kapazität hatten sich, oder die Bedürfnisse des Kindes immer wahrzunehmen. Das Unterbewusstsein im Kind schlussfolgert bei anhaltender Vernachlässigung seiner Bedürfnisse «Mit mir stimmt etwas nicht». Ebenfalls Unbewusst führt das zur Schlussfolgerung «Ich bin nicht gut genug.»

Wichtig ist zu verstehen, dass wir unseren Wert nicht verlieren können. Laut Verena König (Trauma Therapeutin) tragen wir in uns einen unversehrten Wesenskern, den wir nicht verlieren können. Wird unser Selbstwert verletzt, entfernen wir uns aufgrund komplexen Schutzstrategien immer weiter von diesem Wesenskern, das muss aber nicht so bleiben.

Wir sind immer wertvoll - zurück in die Verbindung

Wir können uns und unseren Verletzungen zuwenden und in einen Heilungsprozess begeben. Der erste Schritt ist, sich selbst verstehen statt zu verurteilen. Ein zweiter, sehr wichtiger Schritt ist, Mitgefühl für sich zu entwickeln. Nicht Härte heilt den Selbstwert, sondern Wohlwollen. Selbstkontakt entsteht, wenn wir beginnen, unsere eigenen Gefühle und Grenzen zu spüren und sie ernst zu nehmen. Es sind kleine Schritte die uns in neue Erfahrungen führen können.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir nicht wertvoll werden müssen, weil wir es immer waren! Was heilen darf, ist die Verbindung zu unserem ureigenen, inneren Wert.

Wenn dich das Thema Selbstwert gerade persönlich beschäftigt und du dir Begleitung wünschst, findest du hier mehr über mein Coaching.

Zurück
Zurück

Eine Ode an die Langsamkeit

Weiter
Weiter

Muss ich immer funktionieren?